Allgemein · Job

Gibt’s mit 30 nur Bore-out oder Burn-out?

In Zeiten des Studiums oder der Ausbildung lief -aus der Retro-Perspektive- alles so dahin. Heute, mit meinen 30 Jahren habe ich das Gefühl, dass ich und alle ähnlich alten Berufstätigen entweder Bore- oder Burn-out haben.

Die eine Freundin klagt über viel zu viel Stress auf der Arbeit. Für ein Azubi-Gehalt wurde ihr eine stellvertretende Filialleitung angedreht. Überstunden  ohne Ende, Mails im Urlaub inklusive. Eine andere Freundin hat schon wieder den Job gewechselt und langweilt sich zu Tode. Die genannten Herausforderungen entpuppten sich als öde Routinearbeiten. Das Internet hat sie jeden Tag ausgelesen, abends ist sie trotzdem, oder eben vor lauter Langeweile Todmüde.

Auch bei mir beobachte ich, dass es seit meinem Berufseinstieg mit Ende 20 nur diese Extreme gab. Völlige Unterforderung oder ich habe Jobs für Drei gemacht. Und egal in welcher der beiden Extreme man gerade festhängt – das Klagen darüber ist groß.

So frage ich mich oft, ob das vielleicht einfach normal ist. Ob es zum Arbeitsleben dazu gehört, das es einfach nie perfekt ist. Immerhin bekommen wir dafür Geld. Und es ist einfach zu viel verlangt, dass das Arbeitspensum genau unseren Vorstellungen passt.

Und wenn man ehrlich ist. Irgendwie klappt es ja doch immer. Die überforderte Freundin hat bis heute nicht ihren Job gekündigt. Irgendwie sei es ja doch ganz ok und die Kollegen so nett. Auch die unterforderte Freundin will nicht schon wieder den Job wechseln. Auch Weiterbildung dann doch irgendwie zu anstrengend. Und auch die Ängste, die mit Unter- und Überforderung einhergehen, sind bisher bei keinem eingetroffen. Also dass z.B. auch der Chef merkt, dass die Arbeit auch bei 50% Arbeitszeit zu schaffen wäre. Oder eben nur bei 150%. Die kleinen Fehler, die bei Überforderung eintreffen, bisher aber doch nicht so schlimm waren. So läuft dann doch irgendwie alles jeden Tag und am Ende bleibt gefühlt nur das Motzen. Bis man dann doch von der Kollegin aus der anderen Abteilung hört, die aufgrund eines der beiden „Outs“ aus psychologischen Gründen ausfällt. Die einen sagen wegen Burn-out, andere munkeln aber aus Bore-out. Man weiß es nicht.

Kennt ihr das auch? Oder ist euer Arbeitspensum perfekt? Ich bin gespannt!

Eure 30leben.

Allgemein · Liebe · Single

Liebe Single-Freunde, ich mach für heute Schluss!

Keine Ahnung warum, aber bis auf eine Freundin sind alle meine Freundinnen Singles. In der Vergangenheit habe ich schon oft mitgelitten, wenn die Männer mal wieder vom Erdboden verschluckt wurden oder plötzlich offenbarten, dass sie eigentlich schon eine Freundin haben.

Und natürlich ist es oft auch einfach ein interessantes Gesprächsthema. Welcher Mann bei welcher Freundin nun hoch im Kurs steht. Fotos gucken, Tipps geben, über Verhaltensweisen philosophieren. Manchmal weiß man als Außenstehende aber auch ganz genau, dass die Sache keine Zukunft hat. Und muss sich in Diplomatie üben, es der betroffenen Freundin mitzuteilen.

Ich bin immer für meine Freundinnen und ihre Geschichten da. Keine Frage. Und die meiste Zeit werde ich dabei auch immer ein wenig sauer. Weil ich nicht verstehe, warum meine tollen Freundinnen es nicht schaffen, ihren Deckel zu finden.

Nur letzte Woche. Da hätte ich fast mit all meinen Single-Freundinnen Schluss gemacht. Warum? Weil sie manchmal vergessen, dass eine Beziehung zu haben nicht nur Dauer-Kuscheln und Glücklich-sein im Abo heißt. Beziehung ist manchmal richtig harte Arbeit.

Egal was man für ein glückliches Pärchen nach außen zu geben scheint, es ist nicht immer alles rosarot! Das wird aber leider oft vergessen. Und die Singles suhlen sich in ihrer Einsamkeit, denken mit einem Partner wäre alles besser. Und so wurde ich letzte wieder gezwungen, mich auf der viel zu überfüllten Party MITTEN durch die Menschenmasse zu zwängen (genau dort könnte sich ja MR. RIGHT befinden!). Bei bestem Sommerabendwetter durfte sich nicht an den freien Kirmes-Tisch gestellt werden. Nein, Pseudo-Hüften-bewegen auf der Mini-Tanzfläche war Pflichtprogramm (gesehen werden!). Bei ein wenig Knutschen mit meinem Freund gab es böse Blicke (wir sind doch alle gemeinsam hier!). Was übersehen wurde: Ich suche nicht mehr Mr. Right, muss nicht von Fremden gesehen werden. Und ja, ich habe auch Männergeschichten zu erzählen. Bzw. Manngeschichten, nämlich von meinem Freund. Und wenn ich ihn vor euren Augen abknutsche, dann möchte ich vielleicht auch gesehen werden. Nämlich von ihm. Nur weil ich eine Beziehung habe, ist auch bei mir längst nicht alles perfekt!

Aber so wie ich meinen Freund liebe, so liebe ich auch meine Freundinnen (ok, ein wenig anders aber ich liebe sie). Und will sie unterstützen bei der Männersuche. Jedoch hat das eben Grenzen. Ich weiß kein Patentrezept. Aber werde wohl zukünftig nach Verfassung entscheiden, ob ich wieder mit auf passiven Streifzug gehe.

Wie ist eure Erfahrung? Kennt ihr die Probleme beim Feiern von Singles und Vergebenen? Ich freue mich über eure Berichte!

Eure 30leben

 

 

Allgemein · Liebe · Single

tick, tack, die biologische Uhr.

Eines ganz normalen Arbeitstages im Büro. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen. Aber plötzlich sprachen Katharina (Single, 36) und Britta (Single, 33) neben mir vom Thema Samenbank. Ich war zuvor total vertieft in meine Arbeit gewesen. Brittas Aufprung lies mich dann aber aufhören. Ja, sie sprang wirklich auf. Sie fühlte sich so von Katharina so verstanden, dass sie sie fast umarmen wollten. Katharina erwähnt nämlich fast beiläufig, dass das Thema Samenbank ja gar nicht mehr so abwegig wäre. Als Frau ohne Mann müsste man sich ja mit fast Mitte 30 schon so seine Gedanken machen. Sie wollte immer Kinder haben und ohne Mann wäre das ja etwas schwierig. Ich horschte auf. Samenbank? Katalog-Baby? Ernsthaft??? Ich hatte Katharina immer als bodenständige, ernstzunehmende Frau wahrgenommen. Ich war völlig erschüttert!

Für mich klang das völlig absurd. Sich ein Baby machen zu lassen, durch Besamung, der biologische Vater in einer Samenbank ausgewählt. Kriterien „groß, blond und erfolgreich“ oder wie? Ich sah Katharina in einem völlig neuen Licht. War sie so verzweifelt? Entrüstet fragt ich nach: „Meinst du das ernst?“.

Sie behielt völlig die Fassung (was mir noch mehr zu denken gab): „Ja, ganz ehrlich, ich wollte immer Kinder. Bin aber Single und da macht man sich schon so seine Gedanken. Die Eltern sterben irgendwann, dann ist man ganz alleine. Außerdem will man doch etwas zurücklassen in der Welt“.

Problemlösend wie ich war, entgegnete ich: „dann schreib doch ein Buch, so hinterlässt du auch etwas“. Dieser Vorschlag fruchtete nicht wirklich. Ich merkte, das war nicht meine Welt. Ich verstehe das nicht, diesen Kinderwunsch um alles in der Welt. Ja, ich kann mir mit meinem Freund eine Familie vorstehen. Seitdem ich mit ihm zusammen gekommen bin und weil ich ihn so liebe, kann ich mir das sogar sehr gut vorstellen. Aber nur Kinder, ohne Mann? Nein, das verstehe ich nicht. Für mich ist Kinderkriegen nur mit einem Mann verknüpft. Klar kann später alles passieren und man steht doch alleine da.

Aber am Anfang, da steht doch das verliebte Paar, oder nicht? Was erhofften sich denn all die Frauen, die unbedingt – auch ohne Mann – ein Kind wollen? Was soll es ihnen geben, was sie bisher nicht haben?

Meine Kolleginnen entgegneten, dass ich zu jung sei, um das nachzuvollziehen. Ich sei ja erst Anfang 30 und vergeben. Vielleicht ist da etwas dran. Trotzdem, ich stelle mir die 1-Personen-Kinderplanung unheimlich schwer und auch traurig vor. Samenspender auswählen, einpflanzen, tataaaaa: „ich bin schwanger von….Spende 1307“ ?! So muss es dann doch klingen, oder?

Als Alternative besprachen wir noch die Schwangerschaft durch „Samenraub“ – also One-Night-Stand mit klarem Ziel. Wäre ja auch eine Möglichkeit.

Britta brachte zudem ein, dass es mittlerweile Online-Plattformen für so Personen wie sie geben würde. Dort könnten sich bis dato fremde Männer und Frauen finden, die dann auf freundschaftlicher Basis ein Kind zeugen und zusammen groß ziehen.

Ähm ok, dachte ich. Sie haben bisher kein Glück gehabt, online einen Mann für die Zweisamkeit zu finden – aber für ein Leben zu dritt soll drin sein? Genau, viel Erfolg!

Britta und Katharina kamen (noch) zu keinem Ergebnis, welchen Weg sie am besten einschlagen. Sie waren aber sehr glücklich, dass sie nicht alleine mit ihren Wünschen und Gedanken waren.

Als ich zuhause war, legte ich mich glücklich in die Arme meines Freundes. Ich war froh, dass ich mir darüber erstmal keine Gedanken machte (und ich mach mir immer vieeeeele Gedanken über vieeeele Themen!).

Mit Anfang 30 tickt die biologische Uhr wahrscheinlich wirklich noch leise. Es ist noch alles drin, denke ich mir. Und wenn ich niemals Mutter werde, dann schreib ich halt ein Buch! Und knüpfe rechtzeitig genug Freundschaften, um im Alter nicht allein zu sein! Dafür brauch ich doch kein Kind.

Eure 30leben!

 

 

 

Allgemein · Liebe · Single

verlieben 2.0 oder „Suchradar +/-30“.

Nachdem ich also das Potential von „Neu in DEINERSTADT“ ausgeschöpft hatte (mit Sven war Schluss und er lebte diese Community) musste eine neue Strategie her. Sven meinte zu Zeiten unseres Intermezzos – immer dann wenn er nicht das von mir hörte was er wollte – dass er ja bei Lovoo sofort wieder jemand Neues finden würde. Jemand viiiiel besseres. Jaha, natürlich. Nach nicht allzu langer Zeit gönnte ich ihm auch diese rosige Zukunft. Und wollte mal selbst abchecken, was diese vielversprechende Dating-App für mich bereit hält.

Die Installation benutzerfreundlich. Auch ein Foto hochzuladen und „etwas über mich“ zu schreiben – ein Kinderspiel. Bitte alle Männer aus dem Umkreis 10km und +/- 30, danke!

Zack Bumm – likes, Herzen, Männer en masse. Glückbeseelte Zukunft ich komme! Ich sah mich schon mit meinem neuem Freund unser Einjähriges auf Ibiza feiern. Aber laaaangsam, erstmal kennenlernen – sprich texten. Da Alter und Name bereits direkt von mir offen gelegt wurden (Transparenz schaffen, gibt ja so viele schwarze Schaafe dort), ging es ans Eingemachte. „Woher kommst du?“, „Was machst du beruflich“, „Was suchst du hier“. Apuhhhhh. Erste Ernüchternung. Immer diese bla bla Fragen. Kennenlernen hin oder her, ich will doch eine tiefgründige Liebelei. Ok, nicht ungeduldig werden (schwierig!). So nahm ich mir jeden Abend, kurz vorm schlafen Zeit, all diese wichtigen Fragen zu beantworten.

Mein höchstes Gebot: immer locker-flockig, alles easy, alles kann nichts muss!

Es gibt Freunde, die sind anderer Meinung. Eine Freundin schreibt zum Beispiel immer recht schnell, dass sie eine Beziehung sucht. Ich habe schon mehrmals versucht, ihr das auszureden. Klar, es ist die Wahrheit und ehrlich und sie will ja keine Spielchen mehr undsoweiterundsofort. Aber hä? Wir haben doch schon mit 14 gelernt, dass Männer Jäger und Sammler sind. Und Nein, es hat nicht jeder Mann Beziehungsangst. Und diese Männer wollen wir auch gar nicht, ja richtig. Aaaaaber…muss man gleich von Beziehung reden, personenunabhängig hin oder her, wenn man sich noch nicht einmal live gesehen hat ?! Ich sage Nein! Und empfehle daher allen Online-Datern erstmal ganz locker, unverbindlich folgende Antwort auf die Frage „Was suchst du hier“ zu geben: „Ich bin Single und dachte als Single treibt man sich heutzutage hier rum ;)“. Oder „Sag du mir, was man hier finden kann “ (Ok, kann auch nach hinten losgehen).

Ich selbst habe den „bin neu in der Stadt“-Bonus (aus-)genutzt. Weckt vielleicht den Beschützerinstinkt, liefert Ansatzpunkte für ein Date („magst mir die Stadt zeigen?“ *naiv *süß) und die App-Anmeldung wirkt plausibler und damit weniger verzweifelter (kein Mann mag verzweifelte Frauen!).

Nunja, nicht jeder kann den „bin neu in der Stadt“-Bonus spielen. Aber bitte, wirkt nicht verzweifelt und als würdet ihr morgen heiraten wollen! Natürlich seid ihr bei diesen Online-Portalen und -Apps angemeldet, um Mann/Frau kennenzulernen. Das ahnt dein Gegenüber bereits! Und ja, ihr habt schon ganz böse Erfahrungen gemacht, wurdet verletzt und es wurden Spielchen mit euch gespielt. Aber ganz ehrlich, hättet ihr damals zu dieser Person vorab gesagt „ich suche nur eine feste Beziehung, keine Verletzung und Spielchen“ – wäre es anders verlaufen und ausgegangen?

Sodenn, ich schrieb mit ca. 6 Männern regelmäßig. Der eine sah sehr gut aus, voll mein Typ, aber etwas jünger als ich (bitte Nein, nicht schon wieder!). Ein anderer wurde schnell zu meinem Favoriten, bis sein Profil irgendwann einfach weg war (ob seine Freundin es entdeckt hatte ?!). Ein weiterer der Herren schrieb auch sehr nett, doch dann, im Eifer des Gefechts – ein Foto. Auf dem Pferd. Mit Helm. Und gespreitzten Beinen. Als hätte man ihn gegen seinen Willen auf das Pferd gesetzt. Er wirkte sehr ängstlich. Er tat mir leid und ich habe ihm nie mehr geantwortet.

Dann war da noch ein Schönling. Schönlinge waren nie meins. Ich meine damit Männer die wissen, dass sie schön sind, sehr geleckt sind und großen Wert darauf legen, schön zu bleiben. Aber der Love-Radar zeigte mir an, dass dieser Schönling gleich ums Eck wohnt. Also war schnell ein Feierabend-Spaziergang ausgemacht. Doch dann kam kurz vorher seine Absage: „sitze noch im Büro, wird länger, schaffe das heute leider nicht mehr“. Ok, wir haben alle schon einmal länger gearbeitet als gewollt/geplant usw. Er meldete sich danach aber NIE wieder. Ggf. sitzt er also noch heute im Büro, der Arme!

Natürlich gab es auch die weniger charmanten Nachrichten. Na ihr wisst schon, die anzüglichen und etwas zu unverbindlichen Singles. Bei Tinder hatte ich das mehr als bei Lovoo. So war meine Zeit bei Tinder auch nur sehr kurz. Bei Lovoo konnte ich solche ungebetenen Profil-Besucher recht schnell eliminieren. Schwarze Schaafe hast du halt überall. Und manche suchen auch genau das. Als BWLerin weiß ich ja, dass die Nachfrage auch immer das Angebot bestimmt. Sodenn, leben und leben lassen. Hauptsache man muss sich nicht ewig damit rumstreiten und das muss man dort zum Glück nicht. Blockiert und fertig. Und weiter kann sich das Love-Rolette für einen drehen. Und so war es auch bei mir. Eines Abends schrieb ich dann mit Tobias, meinem heutigen Freund und meine große Liebe.

Welche Erfahrung habt ihr mit Tinder, Lovoo und Co. gemacht? Ich freue mich über Eure Geschichten!

Eure 30leben

Allgemein

Die Jeans mit den drei Streifen – oder: die „Po-Generation“ macht mir Sorgen.

Im Herzen fühle ich mich nicht wie 30. Eher so wie 25. Mit 25 ist man noch locker, entspannt, aufgeweckt, viel unterwegs. 30 klingt eher eingefahren und spießig.

Doch immer, wenn’s mich mal wieder ins Getümmel meiner Stadt treibt, bin ich weit davon entfernt, mich mit den heutigen 20+Mädels zu identifizieren. Sie tragen kurze Tops (egal welches Gewicht die Waage zeigt!) und ihr Po….ihr Po ist irgendwie anders geformt als der meiner gleichaltrigen Geschlechtsgenossen. Er ist….proportional zum restlichen Körperbau…..na…so GROOOOß!

Ich frag mich, sind das die heutigen Lebensmittelzusätze? Die ja immer mehr werden – Obacht! Und uns damit auch gleich die „Vertrag-ich-nicht“-Generation bescheren! Oder sind diese Po´s operativ bedingt so groß? Bei den Promis hört man ja des Öfteren davon, dass das Bauchfett einfach in den Po gespritzt wird. Quasi eine Win-Win-Situation per excellence! Oder sind es die High-Waist-Hosen? Bei 30-jährigen ist der Bauch ja so selten ein Highlight und damit zu recht selten entsprechend präsentiert.

Auch wenn die Po-Generation so viel modischer und mutiger ist, so hat man eben auch immer das Gefühl, diese Generation hat vor lauter Youtube, Instagram, Snapchat & Co. keine Zeit mehr das „Kleingedruckte“ zu lesen. Also einfach mal kurz selbst nachzudenken!

Mit 30 erst echt recht nicht – aber auch in den 20igern kann man nicht alles tragen! Nur weil Youtuberin XY mit ihren ach so einfach umsetzbaren Alltagstipps (welcher Alltag?!) und ihren Modeempfehlungen ihr Geld verdient – heißt dass nicht, dass das jede moderne, junge Frau einfach so umsetzen kann, bzw. sollte!

Ich mag Menschen die individuell sind, tragen wonach ihnen der Sinn steht. Egal welches Gewicht man hat, Mode sollte immer Spaß machen! Aber – modisch zu sein sollte nicht nur heißen, einem Trend zu entsprechen.  Mode steht einem, oder eben nicht. Daher:

Liebe Po-Generation, glaubt bitte nicht alles, was im Internet steht. Oder was euch Youtuberin XY erzählt. Jeder Mensch ist anders (zum Glück!) und ja, zerrissene Jeans können cool aussehen. Aber weil sie deiner Freundin stehen, stehen sie nicht auch unbedingt dir! Dafür hast du die Hose ein Stück höher gekrempelt – sieht viel cooler aus als bei allen anderen zusammen!

Eure 30leben!

Allgemein

ONLINE neue Kontakte für OFFLINE finden.

Ok, die Büroromanze fiel also für mich weg. Wie fand ich also meinen heutigen Traummann, mit dem ich nun seit fast 2 Jahren glücklich bin?  Jaha, wie man eben heutzutage Männer kennenlernt. Lovoo!

Wer Lovoo nicht kennt, kennt doch bestimmt Tinder. Oder Elitepartner, oder wie auch immer all diese Online-Datingplattformen so heißen. Bevor ich den Online-Weg anging (und ja, ich habe mich laaaange davor gesträubt) versuchte ich es auf anderem Wege. Und nicht weniger modern. Obwohl, ich war dabei nicht gezielt auf Männersuche. Das vorab! Aber ich war fast genauso einsam wie all die Frauen, die nach vorheriger Löschung Sonntagsabends doch wieder die Dating-App installieren. Ich ging nämlich zu „Neu in DEINERSTADT“.

Und ja, ich hatte einen guten Grund dafür: ich war tatsächlich neu in der Stadt. Wegen meinem ersten Vollzeit-Job war ich hergezogen und kannte niemanden. Hatte aber eben nun 2 Tage in der Woche Zeit, zu tun und zu lassen was ich wollte. Keine Masterarbeit, kein zehnter Nebenjob oder ein WG-Putzplan der auf mein Zutun wartete. Also viiiiel Zeit ohne schlechtem Gewissen. Und eben kein soziales Netzwerk. Also bin ich ab ins Online-Netzwerk und der Gruppe „Neu in DEINERSTADT“ beigetreten.

Bei „Neu in DEINERSTADT“ waren viele verlorene Neu-Städter mit vielen Fragen, die man dann eben so hat. „Wo gibt es einen guten Zahnarzt“, „Wer mag heute Abend was trinken gehn“, „Wo gibt es noch bezahlbare Single-Wohnungen?“. Da es bereits andere vor mir so taten, dachte ich es wäre klug, wenn auch ich mich in einem kurzen Beitrag vorstelle:

„Hey. ich bin Neu in deser Stadt und freue mich hier neue Leute kennenzulernen. Bin für Party und was trinken gehen immer gerne zu haben“.

So in etwa lautete meine locker-flockige Vorstellung als hey, total nette, offene Neu-Städterin. Ein Fehler! Ich bekam ca. 38 private Nachrichten a la „so ne hübsche Frau so alleine?“ und viele „cool, willkommen, hier findest du viele Gleichgesinnte“. Damit war ich dann aber auch nicht weniger einsam…

Also musste ich aktiver werden. Einer schrieb doch tatsächlich „hier findest du immer Leute mit denen man was machen kann. Heute Abend treffen wir uns um 20 Uhr am Mäcces und gehen zusammen weg“. Na schau an, das klingt doch nach Social Life.

Es war 21 Uhr und ich saß doch wieder alleine zuhause. Ich hatte mich nicht getraut.

Das war doch komisch, gefährlich. Alleine als Frau. Was ist, wenn alle unter einer Decke stecken? Ich entführt werde. Nee. „Auf der Arbeit findest doch bestimmt bald Freunde“. Jaha, genau. Eben. Bestimmt.

7 Tage später gleiches Problem und wieder 2 freie Tage. Ich ging hin. Und war geschockt.

Die einzige Neue in der „Neuen Gruppe“ war wohl ich. Henning („macht was mit Banken“) wohnt seit vier Jahren in der Stadt. Sven ist hier sogar aufgewachsen, aber war für ein paar Jahre (und vor ein paar Jahren!) mal weg. Madeleine kennt eigentlich nur diese Stadt (aber anscheinend keine Leute). Lara ist vor zwei Jahren hergezogen und ist seitdem auch in dieser Community aktiv (anscheinend auch weniger erfolgreich?!).

Okeyyyy dachte ich mir. Entweder haben die was falsch verstanden oder ich. Obwohl nein, wir waren alle einfach gleich verzweifelt. Obwohl ich meine Gründe für diese Aktion nach wie vor plausibler fand (Neu in der Stadt) !!

Nachdem man sich also Blind-Date-mäßig zusammenfand: „heeeeyyyy *fragend und Antwort-suchend guck*, bist du … seid ihr … das Treffen aus der Gruppe?!“

… und sich kurz sammeln musste, da man mit seinem eigenem Schubladen-Eindordnen etwas überfordert war (wann trifft man bitte sonst so viele unterschiedliche, verzweifelte Menschen auf einmal, die auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeit haben ?!)

… ging es in die Bar. Und das war tatsächlich ganz nett. Waren doch nicht alles Opfer. Und hey, saßen ja auch alle im selben Boot. Wenn DIE Opfer, dann ICH ja auch Opfer. Und das war ja nicht so 😉

Lara war sogar ganz lustig. Sven gefiel mir auch ganz gut. Beide habe ich danach wiedergesehen. Lara nur einmal noch, Sven ist nun einer meiner Ex-Freunde. Als dann Schluss war, bin ich raus aus dieser Community. Aber anschließend kannte ich die Stadt und ein paar neue Gesichter. Vor denen ich heute flüchte, wenn ich sie auf der Straße sehe. Das hat man ja nur wirklich nur in der Stadt, in der man zuhause ist. Hach, ein schönes Gefühl von Heimat!

Habt ihr diese Gruppe, die es in jeder größeren Stadt gibt, auch schon ausprobiert? War das gut oder doof? Wie war euer Gefühl dort hinzugehen? Sollte man das seinen Freunden empfehlen? Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Geschichte!

Eure 30leben

 

Allgemein · Job · Liebe · Single

drei-zig Vergleiche: Sind 30jährige eifersüchtiger?

Als ich ca. 8 Jahre alt war, hatte mein Nachbar und Schulfreund Christoph eine Nintendo-Konsole. Damit konnte z.B. in die Rolle eines Rennfahrers schlüpfen. Kämpfe austragen und über Mauern springen. Ich liebte es, meine Freizeit bei ihm zu verbringen. Natürlich verlor ich immer, er hatte einen beachtlichen Übungsvorsprung. Meine Eltern verboten mir „dieses Gerät“. Betteln war sinnlos.

Ich war ultra neidisch. Christoph hatte es gut, mit seinem eigenem Fernseher und seiner eigenen Konsole. Auf der man so coole Spiele spielen konnte. Seine Mutter muss super-cool und reich sein, dachte ich damals. Heute ist Christoph Hartz-4-Empfänger, das nur am Rande.

Was ich sagen will: Eifersucht kenne ich. Auch in späteren Jahren erreichte mich dieses Gefühl ab und an. Mal mehr, mal weniger. Mal mit physischen Folgen (Dispo!), andere Male gabs nur einen bösen Blick oder eine Runde Selbstmitleid. Anderen ging es ähnlich.

Wenn ich mich aber jetzt mit 30 so umschaue, hab ich das Gefühl, Eifersucht ist ein größeres Thema geworden. Ich kenne mindestens zwei Frauen 30+, die sind schon regelrecht verbittert. „Marie hat sich mit ihrem Mann ein Haus gekauft. In bester Lage. Woher haben die die Kohle?!“ höre ich dann schon fast entrüstet. Oder: „Jutta fliegt immer alles zu. In ihrer neuen Firma ist sie jetzt Abteilungsleiterin geworden“. „Laura ist ein Monat Single und hat schon einen neuen Typen. Das ist doch nicht normal, voll die Bitch“.  Auch sonst wird viel getuschelt „schon gehört, die hat das und das“. „Der macht nun das und das“.

Die 3 großen Top-Themen sind dabei „Beruf“, „Liebe/Hochzeit“ und „Wohneigentum“. Themen, die vor sechs Jahren natürlich noch nicht so aufgeladen waren. Damals war man froh, wenn man seine WG-Miete zahlen konnte und mächtig stolz, wenn die Beziehung länger als 3 Monate hielt.

Mich nervt das. Ich hasse Eifersucht. Weil es macht nur unglücklich. Und eben verbittert. Und man muss immer beachten, dass jede Geschichte zwei Seiten hat: vielleicht haben Marie und ihr Mann mehrfach geerbt – was wiederum heißt, sie haben mehrfach Familienangehörige begraben müssen. Und Jutta, sie hat sich vielleicht den Arsch aufgerissen anstatt jeden Tag ab 18 Uhr auf der Couch nur Netflix zu schauen. Und Laura ist vielleicht ein so umgänglicher und gepflegter Mensch, dass sie eben jeder Mann haben will. Oder hat vielleicht einfach nicht so die Ansprüche, weshalb sie keineswegs sonderlich zu beneiden ist.

Heutzutage hat doch jeder sein Päckchen zu tragen. Mit 30 Jahren hat man schon liebe Menschen begraben müssen; großen, echten Liebeskummer gehabt; ist das ein oder andere mal so richtig auf die Schnauze geflogen. Wenn mir das passiert ist, dann kann ich davon ausgehen, dass es anderen auch schon passiert ist. Und das tu ich. Wenn ein Leben auch noch so perfekt aussieht – glaubt mir, auch dieser Mensch hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen.

Warum ich dies behaupten kann? Weil ich mit vielen Menschen und Freundinnen gesprochen haben. Deren Leben am Anfang auch perfekt wirkten. Irgendwann haben sie mir aber auch Einblick in die dunklen Lebensabschnitte ihres Lebens gegeben. Und so kenne ich keine Freundin, deren Leben perfekt ist. Außerdem wurde mir in den letzten 2 Jahren selbst mindestens 3 mal persönlich ins Gesicht gesagt, mein Leben sei ja perfekt. Ich war unglaublich sauer! Warum? Weil diese Menschen genau wissen, dass ich schon viel Scheiße erlebt habe und mich nur dagegen entschieden habe darunter einzubrechen.

Motzen ist das Eine, was man daraus macht das Andere! (Hierzu gibt es übrigens ganz viele tolle Sprüche, fallen mir nur grad leider nicht ein. Falls ihr welche habt, schreibt sie bitte in die Kommentare!)

Ich rate daher allen verbitterten Menschen, mehr hinzuhören. Ich glaube genau das fehlt diesen Mitmenschen. Seid nicht eifersüchtig, sondern lernt von euren Mitmenschen, wenn sie etwas besser können. Wenn sie ein Haus haben, lasst euch zum grillen einladen und genießt den großen Garten mit ihnen. Wenn jemand schnell Männer kennenlernt, fragt sie wie. Und erzählt Jutta von der tollen neuen Serie. Sie wird schwarz vor Eifersucht sein, weil sie keine Zeit dafür hat!

Wenn jeder nur ein bisschen eifersüchtig ist, ist das ja ok und wirklich normal. Wie damals: Mein Konsolen-Schulfreund Christoph wollte nämlich immer zu mir, weil wir im Garten eine so große, eigene Schaukel hatten. Wie ungerecht, muss er wohl gedacht haben.

Eure 30leben!