Allgemein · Liebe · Single

Liebe Single-Freunde, ich mach für heute Schluss!

Keine Ahnung warum, aber bis auf eine Freundin sind alle meine Freundinnen Singles. In der Vergangenheit habe ich schon oft mitgelitten, wenn die Männer mal wieder vom Erdboden verschluckt wurden oder plötzlich offenbarten, dass sie eigentlich schon eine Freundin haben.

Und natürlich ist es oft auch einfach ein interessantes Gesprächsthema. Welcher Mann bei welcher Freundin nun hoch im Kurs steht. Fotos gucken, Tipps geben, über Verhaltensweisen philosophieren. Manchmal weiß man als Außenstehende aber auch ganz genau, dass die Sache keine Zukunft hat. Und muss sich in Diplomatie üben, es der betroffenen Freundin mitzuteilen.

Ich bin immer für meine Freundinnen und ihre Geschichten da. Keine Frage. Und die meiste Zeit werde ich dabei auch immer ein wenig sauer. Weil ich nicht verstehe, warum meine tollen Freundinnen es nicht schaffen, ihren Deckel zu finden.

Nur letzte Woche. Da hätte ich fast mit all meinen Single-Freundinnen Schluss gemacht. Warum? Weil sie manchmal vergessen, dass eine Beziehung zu haben nicht nur Dauer-Kuscheln und Glücklich-sein im Abo heißt. Beziehung ist manchmal richtig harte Arbeit.

Egal was man für ein glückliches Pärchen nach außen zu geben scheint, es ist nicht immer alles rosarot! Das wird aber leider oft vergessen. Und die Singles suhlen sich in ihrer Einsamkeit, denken mit einem Partner wäre alles besser. Und so wurde ich letzte wieder gezwungen, mich auf der viel zu überfüllten Party MITTEN durch die Menschenmasse zu zwängen (genau dort könnte sich ja MR. RIGHT befinden!). Bei bestem Sommerabendwetter durfte sich nicht an den freien Kirmes-Tisch gestellt werden. Nein, Pseudo-Hüften-bewegen auf der Mini-Tanzfläche war Pflichtprogramm (gesehen werden!). Bei ein wenig Knutschen mit meinem Freund gab es böse Blicke (wir sind doch alle gemeinsam hier!). Was übersehen wurde: Ich suche nicht mehr Mr. Right, muss nicht von Fremden gesehen werden. Und ja, ich habe auch Männergeschichten zu erzählen. Bzw. Manngeschichten, nämlich von meinem Freund. Und wenn ich ihn vor euren Augen abknutsche, dann möchte ich vielleicht auch gesehen werden. Nämlich von ihm. Nur weil ich eine Beziehung habe, ist auch bei mir längst nicht alles perfekt!

Aber so wie ich meinen Freund liebe, so liebe ich auch meine Freundinnen (ok, ein wenig anders aber ich liebe sie). Und will sie unterstützen bei der Männersuche. Jedoch hat das eben Grenzen. Ich weiß kein Patentrezept. Aber werde wohl zukünftig nach Verfassung entscheiden, ob ich wieder mit auf passiven Streifzug gehe.

Wie ist eure Erfahrung? Kennt ihr die Probleme beim Feiern von Singles und Vergebenen? Ich freue mich über eure Berichte!

Eure 30leben

 

 

Allgemein · Liebe · Single

tick, tack, die biologische Uhr.

Eines ganz normalen Arbeitstages im Büro. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen. Aber plötzlich sprachen Katharina (Single, 36) und Britta (Single, 33) neben mir vom Thema Samenbank. Ich war zuvor total vertieft in meine Arbeit gewesen. Brittas Aufprung lies mich dann aber aufhören. Ja, sie sprang wirklich auf. Sie fühlte sich so von Katharina so verstanden, dass sie sie fast umarmen wollten. Katharina erwähnt nämlich fast beiläufig, dass das Thema Samenbank ja gar nicht mehr so abwegig wäre. Als Frau ohne Mann müsste man sich ja mit fast Mitte 30 schon so seine Gedanken machen. Sie wollte immer Kinder haben und ohne Mann wäre das ja etwas schwierig. Ich horschte auf. Samenbank? Katalog-Baby? Ernsthaft??? Ich hatte Katharina immer als bodenständige, ernstzunehmende Frau wahrgenommen. Ich war völlig erschüttert!

Für mich klang das völlig absurd. Sich ein Baby machen zu lassen, durch Besamung, der biologische Vater in einer Samenbank ausgewählt. Kriterien „groß, blond und erfolgreich“ oder wie? Ich sah Katharina in einem völlig neuen Licht. War sie so verzweifelt? Entrüstet fragt ich nach: „Meinst du das ernst?“.

Sie behielt völlig die Fassung (was mir noch mehr zu denken gab): „Ja, ganz ehrlich, ich wollte immer Kinder. Bin aber Single und da macht man sich schon so seine Gedanken. Die Eltern sterben irgendwann, dann ist man ganz alleine. Außerdem will man doch etwas zurücklassen in der Welt“.

Problemlösend wie ich war, entgegnete ich: „dann schreib doch ein Buch, so hinterlässt du auch etwas“. Dieser Vorschlag fruchtete nicht wirklich. Ich merkte, das war nicht meine Welt. Ich verstehe das nicht, diesen Kinderwunsch um alles in der Welt. Ja, ich kann mir mit meinem Freund eine Familie vorstehen. Seitdem ich mit ihm zusammen gekommen bin und weil ich ihn so liebe, kann ich mir das sogar sehr gut vorstellen. Aber nur Kinder, ohne Mann? Nein, das verstehe ich nicht. Für mich ist Kinderkriegen nur mit einem Mann verknüpft. Klar kann später alles passieren und man steht doch alleine da.

Aber am Anfang, da steht doch das verliebte Paar, oder nicht? Was erhofften sich denn all die Frauen, die unbedingt – auch ohne Mann – ein Kind wollen? Was soll es ihnen geben, was sie bisher nicht haben?

Meine Kolleginnen entgegneten, dass ich zu jung sei, um das nachzuvollziehen. Ich sei ja erst Anfang 30 und vergeben. Vielleicht ist da etwas dran. Trotzdem, ich stelle mir die 1-Personen-Kinderplanung unheimlich schwer und auch traurig vor. Samenspender auswählen, einpflanzen, tataaaaa: „ich bin schwanger von….Spende 1307“ ?! So muss es dann doch klingen, oder?

Als Alternative besprachen wir noch die Schwangerschaft durch „Samenraub“ – also One-Night-Stand mit klarem Ziel. Wäre ja auch eine Möglichkeit.

Britta brachte zudem ein, dass es mittlerweile Online-Plattformen für so Personen wie sie geben würde. Dort könnten sich bis dato fremde Männer und Frauen finden, die dann auf freundschaftlicher Basis ein Kind zeugen und zusammen groß ziehen.

Ähm ok, dachte ich. Sie haben bisher kein Glück gehabt, online einen Mann für die Zweisamkeit zu finden – aber für ein Leben zu dritt soll drin sein? Genau, viel Erfolg!

Britta und Katharina kamen (noch) zu keinem Ergebnis, welchen Weg sie am besten einschlagen. Sie waren aber sehr glücklich, dass sie nicht alleine mit ihren Wünschen und Gedanken waren.

Als ich zuhause war, legte ich mich glücklich in die Arme meines Freundes. Ich war froh, dass ich mir darüber erstmal keine Gedanken machte (und ich mach mir immer vieeeeele Gedanken über vieeeele Themen!).

Mit Anfang 30 tickt die biologische Uhr wahrscheinlich wirklich noch leise. Es ist noch alles drin, denke ich mir. Und wenn ich niemals Mutter werde, dann schreib ich halt ein Buch! Und knüpfe rechtzeitig genug Freundschaften, um im Alter nicht allein zu sein! Dafür brauch ich doch kein Kind.

Eure 30leben!

 

 

 

Allgemein · Liebe · Single

verlieben 2.0 oder „Suchradar +/-30“.

Nachdem ich also das Potential von „Neu in DEINERSTADT“ ausgeschöpft hatte (mit Sven war Schluss und er lebte diese Community) musste eine neue Strategie her. Sven meinte zu Zeiten unseres Intermezzos – immer dann wenn er nicht das von mir hörte was er wollte – dass er ja bei Lovoo sofort wieder jemand Neues finden würde. Jemand viiiiel besseres. Jaha, natürlich. Nach nicht allzu langer Zeit gönnte ich ihm auch diese rosige Zukunft. Und wollte mal selbst abchecken, was diese vielversprechende Dating-App für mich bereit hält.

Die Installation benutzerfreundlich. Auch ein Foto hochzuladen und „etwas über mich“ zu schreiben – ein Kinderspiel. Bitte alle Männer aus dem Umkreis 10km und +/- 30, danke!

Zack Bumm – likes, Herzen, Männer en masse. Glückbeseelte Zukunft ich komme! Ich sah mich schon mit meinem neuem Freund unser Einjähriges auf Ibiza feiern. Aber laaaangsam, erstmal kennenlernen – sprich texten. Da Alter und Name bereits direkt von mir offen gelegt wurden (Transparenz schaffen, gibt ja so viele schwarze Schaafe dort), ging es ans Eingemachte. „Woher kommst du?“, „Was machst du beruflich“, „Was suchst du hier“. Apuhhhhh. Erste Ernüchternung. Immer diese bla bla Fragen. Kennenlernen hin oder her, ich will doch eine tiefgründige Liebelei. Ok, nicht ungeduldig werden (schwierig!). So nahm ich mir jeden Abend, kurz vorm schlafen Zeit, all diese wichtigen Fragen zu beantworten.

Mein höchstes Gebot: immer locker-flockig, alles easy, alles kann nichts muss!

Es gibt Freunde, die sind anderer Meinung. Eine Freundin schreibt zum Beispiel immer recht schnell, dass sie eine Beziehung sucht. Ich habe schon mehrmals versucht, ihr das auszureden. Klar, es ist die Wahrheit und ehrlich und sie will ja keine Spielchen mehr undsoweiterundsofort. Aber hä? Wir haben doch schon mit 14 gelernt, dass Männer Jäger und Sammler sind. Und Nein, es hat nicht jeder Mann Beziehungsangst. Und diese Männer wollen wir auch gar nicht, ja richtig. Aaaaaber…muss man gleich von Beziehung reden, personenunabhängig hin oder her, wenn man sich noch nicht einmal live gesehen hat ?! Ich sage Nein! Und empfehle daher allen Online-Datern erstmal ganz locker, unverbindlich folgende Antwort auf die Frage „Was suchst du hier“ zu geben: „Ich bin Single und dachte als Single treibt man sich heutzutage hier rum ;)“. Oder „Sag du mir, was man hier finden kann “ (Ok, kann auch nach hinten losgehen).

Ich selbst habe den „bin neu in der Stadt“-Bonus (aus-)genutzt. Weckt vielleicht den Beschützerinstinkt, liefert Ansatzpunkte für ein Date („magst mir die Stadt zeigen?“ *naiv *süß) und die App-Anmeldung wirkt plausibler und damit weniger verzweifelter (kein Mann mag verzweifelte Frauen!).

Nunja, nicht jeder kann den „bin neu in der Stadt“-Bonus spielen. Aber bitte, wirkt nicht verzweifelt und als würdet ihr morgen heiraten wollen! Natürlich seid ihr bei diesen Online-Portalen und -Apps angemeldet, um Mann/Frau kennenzulernen. Das ahnt dein Gegenüber bereits! Und ja, ihr habt schon ganz böse Erfahrungen gemacht, wurdet verletzt und es wurden Spielchen mit euch gespielt. Aber ganz ehrlich, hättet ihr damals zu dieser Person vorab gesagt „ich suche nur eine feste Beziehung, keine Verletzung und Spielchen“ – wäre es anders verlaufen und ausgegangen?

Sodenn, ich schrieb mit ca. 6 Männern regelmäßig. Der eine sah sehr gut aus, voll mein Typ, aber etwas jünger als ich (bitte Nein, nicht schon wieder!). Ein anderer wurde schnell zu meinem Favoriten, bis sein Profil irgendwann einfach weg war (ob seine Freundin es entdeckt hatte ?!). Ein weiterer der Herren schrieb auch sehr nett, doch dann, im Eifer des Gefechts – ein Foto. Auf dem Pferd. Mit Helm. Und gespreitzten Beinen. Als hätte man ihn gegen seinen Willen auf das Pferd gesetzt. Er wirkte sehr ängstlich. Er tat mir leid und ich habe ihm nie mehr geantwortet.

Dann war da noch ein Schönling. Schönlinge waren nie meins. Ich meine damit Männer die wissen, dass sie schön sind, sehr geleckt sind und großen Wert darauf legen, schön zu bleiben. Aber der Love-Radar zeigte mir an, dass dieser Schönling gleich ums Eck wohnt. Also war schnell ein Feierabend-Spaziergang ausgemacht. Doch dann kam kurz vorher seine Absage: „sitze noch im Büro, wird länger, schaffe das heute leider nicht mehr“. Ok, wir haben alle schon einmal länger gearbeitet als gewollt/geplant usw. Er meldete sich danach aber NIE wieder. Ggf. sitzt er also noch heute im Büro, der Arme!

Natürlich gab es auch die weniger charmanten Nachrichten. Na ihr wisst schon, die anzüglichen und etwas zu unverbindlichen Singles. Bei Tinder hatte ich das mehr als bei Lovoo. So war meine Zeit bei Tinder auch nur sehr kurz. Bei Lovoo konnte ich solche ungebetenen Profil-Besucher recht schnell eliminieren. Schwarze Schaafe hast du halt überall. Und manche suchen auch genau das. Als BWLerin weiß ich ja, dass die Nachfrage auch immer das Angebot bestimmt. Sodenn, leben und leben lassen. Hauptsache man muss sich nicht ewig damit rumstreiten und das muss man dort zum Glück nicht. Blockiert und fertig. Und weiter kann sich das Love-Rolette für einen drehen. Und so war es auch bei mir. Eines Abends schrieb ich dann mit Tobias, meinem heutigen Freund und meine große Liebe.

Welche Erfahrung habt ihr mit Tinder, Lovoo und Co. gemacht? Ich freue mich über Eure Geschichten!

Eure 30leben

Allgemein · Job · Liebe · Single

drei-zig Vergleiche: Sind 30jährige eifersüchtiger?

Als ich ca. 8 Jahre alt war, hatte mein Nachbar und Schulfreund Christoph eine Nintendo-Konsole. Damit konnte z.B. in die Rolle eines Rennfahrers schlüpfen. Kämpfe austragen und über Mauern springen. Ich liebte es, meine Freizeit bei ihm zu verbringen. Natürlich verlor ich immer, er hatte einen beachtlichen Übungsvorsprung. Meine Eltern verboten mir „dieses Gerät“. Betteln war sinnlos.

Ich war ultra neidisch. Christoph hatte es gut, mit seinem eigenem Fernseher und seiner eigenen Konsole. Auf der man so coole Spiele spielen konnte. Seine Mutter muss super-cool und reich sein, dachte ich damals. Heute ist Christoph Hartz-4-Empfänger, das nur am Rande.

Was ich sagen will: Eifersucht kenne ich. Auch in späteren Jahren erreichte mich dieses Gefühl ab und an. Mal mehr, mal weniger. Mal mit physischen Folgen (Dispo!), andere Male gabs nur einen bösen Blick oder eine Runde Selbstmitleid. Anderen ging es ähnlich.

Wenn ich mich aber jetzt mit 30 so umschaue, hab ich das Gefühl, Eifersucht ist ein größeres Thema geworden. Ich kenne mindestens zwei Frauen 30+, die sind schon regelrecht verbittert. „Marie hat sich mit ihrem Mann ein Haus gekauft. In bester Lage. Woher haben die die Kohle?!“ höre ich dann schon fast entrüstet. Oder: „Jutta fliegt immer alles zu. In ihrer neuen Firma ist sie jetzt Abteilungsleiterin geworden“. „Laura ist ein Monat Single und hat schon einen neuen Typen. Das ist doch nicht normal, voll die Bitch“.  Auch sonst wird viel getuschelt „schon gehört, die hat das und das“. „Der macht nun das und das“.

Die 3 großen Top-Themen sind dabei „Beruf“, „Liebe/Hochzeit“ und „Wohneigentum“. Themen, die vor sechs Jahren natürlich noch nicht so aufgeladen waren. Damals war man froh, wenn man seine WG-Miete zahlen konnte und mächtig stolz, wenn die Beziehung länger als 3 Monate hielt.

Mich nervt das. Ich hasse Eifersucht. Weil es macht nur unglücklich. Und eben verbittert. Und man muss immer beachten, dass jede Geschichte zwei Seiten hat: vielleicht haben Marie und ihr Mann mehrfach geerbt – was wiederum heißt, sie haben mehrfach Familienangehörige begraben müssen. Und Jutta, sie hat sich vielleicht den Arsch aufgerissen anstatt jeden Tag ab 18 Uhr auf der Couch nur Netflix zu schauen. Und Laura ist vielleicht ein so umgänglicher und gepflegter Mensch, dass sie eben jeder Mann haben will. Oder hat vielleicht einfach nicht so die Ansprüche, weshalb sie keineswegs sonderlich zu beneiden ist.

Heutzutage hat doch jeder sein Päckchen zu tragen. Mit 30 Jahren hat man schon liebe Menschen begraben müssen; großen, echten Liebeskummer gehabt; ist das ein oder andere mal so richtig auf die Schnauze geflogen. Wenn mir das passiert ist, dann kann ich davon ausgehen, dass es anderen auch schon passiert ist. Und das tu ich. Wenn ein Leben auch noch so perfekt aussieht – glaubt mir, auch dieser Mensch hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen.

Warum ich dies behaupten kann? Weil ich mit vielen Menschen und Freundinnen gesprochen haben. Deren Leben am Anfang auch perfekt wirkten. Irgendwann haben sie mir aber auch Einblick in die dunklen Lebensabschnitte ihres Lebens gegeben. Und so kenne ich keine Freundin, deren Leben perfekt ist. Außerdem wurde mir in den letzten 2 Jahren selbst mindestens 3 mal persönlich ins Gesicht gesagt, mein Leben sei ja perfekt. Ich war unglaublich sauer! Warum? Weil diese Menschen genau wissen, dass ich schon viel Scheiße erlebt habe und mich nur dagegen entschieden habe darunter einzubrechen.

Motzen ist das Eine, was man daraus macht das Andere! (Hierzu gibt es übrigens ganz viele tolle Sprüche, fallen mir nur grad leider nicht ein. Falls ihr welche habt, schreibt sie bitte in die Kommentare!)

Ich rate daher allen verbitterten Menschen, mehr hinzuhören. Ich glaube genau das fehlt diesen Mitmenschen. Seid nicht eifersüchtig, sondern lernt von euren Mitmenschen, wenn sie etwas besser können. Wenn sie ein Haus haben, lasst euch zum grillen einladen und genießt den großen Garten mit ihnen. Wenn jemand schnell Männer kennenlernt, fragt sie wie. Und erzählt Jutta von der tollen neuen Serie. Sie wird schwarz vor Eifersucht sein, weil sie keine Zeit dafür hat!

Wenn jeder nur ein bisschen eifersüchtig ist, ist das ja ok und wirklich normal. Wie damals: Mein Konsolen-Schulfreund Christoph wollte nämlich immer zu mir, weil wir im Garten eine so große, eigene Schaukel hatten. Wie ungerecht, muss er wohl gedacht haben.

Eure 30leben!

Allgemein · Job · Liebe · Single

Never fuck the Company.

Damals – da war ja sowieso alles einfacher. Auf der Party vom Sitznachbarn hat man Alex kennengelernt. Auf dem Geburtstag von Jule stand plötzlich Phillip neben einem an der Theke. In der WG von Marie war auch Markus oft zu Bzesuch, sodass man irgendwann einfach zusammen heim ging.

Heute sitzen wir nicht selten stundenlang auf der Arbeit. Das mit der Party muss man sich dreimal überlegen: zu müde, zu teuer, zu ungesund, keiner Zeit.

Also soll man sich doch nochmal besser im Büro umschauen? Wenn ihr mich fragt, nein! Never fuck the company und so. Meine Kollegin (Single!) revidierte: „ach quatsch, warum denn nicht ?! Einziges Gebot: never fuck the same Kostenstelle“.

Hmm, ein gutes Argument. Wenn man in einer großen Firma arbeitet und die einzige berufliche Überschneidung im Kantinenbesuch liegt -warum nicht….stimmt! Ansonsten bleibe ich weiterhin bei „NEIN!“.

Für diese Meinung musste ich nicht erst 30 werden. Ich war 17 und unheimlich in meinen Supermarkt-Kollegen verliebt. Monatelang schmachtete ich ihn aus der Ferne an. Z.B während er die Tiefkühlpizzen einräumte und ich das Würstchenregal pflegte (ja pflegte, Warenpflege nennt man das!). Irgendwann wurden die Gespräche länger und fanden nicht nur zwischen den Regalen sondern auch bei mir Zuhause statt. Obwohl ja, es wurde mehr gegnutscht als gequatscht. Später dann diese alles sagenden Blicke der Kollegen, wenn man gemeinsam zur Arbeit fuhr.

Wenig später war es aber auch schon vorbei. Die Blicke waren dann weitaus schlimmer. Obwohl, mitlerweile glaube ich diese mitleidigen Blicke waren nur Einbildung. Er hatte mich verletzt, wie eine heiße Kartoffel fallen lassen – ich hatte unheimlichen Liebeskummer. Meinen ersten, richtig tiefen zerreissenden Liebeskummer. Der Gang zur Arbeit (wieder alleine!) die Qual. Die Arbeitsplan-Eintragung ein Spießrutenlauf (kommt er da auch arbeiten? Bitte nicht!). Die Pflege des Backsortiments die Hölle (hier hat er mich zum ersten Mal um ein Date gefragt). Kurz im Lager neue Ware holen war auch nicht mehr das was es mal war (hier haben wir doch immer heimlich geknutscht!). 4 Wochen tat ich mir das an. Dann kündigte ich meinen heiß geliebten 4€-Nebenjob. Und war Dauerpleite. Danke du Arsch!

Seitdem ist das Thema Kollegen Tabu für mich. Zum Glück wurde ich seitdem auch nie mehr gewzungen, diese Ansicht zu revidieren. Vielleicht hat es mich aber auch so geprägt, dass ich es nie mehr zugelassen hatte.

Männer lernt man heute ja auch zum Glück anders kennen. Ok, „Glück“ ist hier etwas ironisch gemeint. Aber ja, ich wählte den modernen Weg. Und bin froh, im Büro zu arbeiten und daheim meinen Freund zu begrüßen.  Wenn er von seiner Arbeit kommt, die so ganz anders als die meine ist.

Habt ihr schon ähnliche Erfahrung gemacht? Oder bessere? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt!

Eure 30leben!

Allgemein · Liebe · Vergangenheit

Passen 30 Jahre in eine Kiste?

Mein Freund und ich haben einen drei Quadratmeter Keller, der bereits nach Einzug zu platzen drohte. Nach seinem Empfinden lagere ich dort viel zu viele Dinge, die ich doch nieeee mehr brauchen würde.

Ok. Challenge accepted. Eines ruhigen Sonntages machte ich es mir zur Aufgabe, die Kisten, die ich so liebevoll mit „Memories“ beschriftet hatte, auszumisten.

So stand ich vor vier Kisten, deren Inhalt mich an die verschiedensten Erlebnisse meines 30 Jahre langen Lebens erinnerte. Mein Abikleid (hach ja!), der Liebesbrief von Marc in der 6., das Bioheft aus der 10., das dritte Freundschaftsbuch aus der Grundschule. Oder das Geschirr von Oma, die Osterfiguren meiner Tante, meine erste Spielkonsole.

Nein! Davon kann ich doch nichts wegwerfen.

Oder doch?

Das magische an diesen Erinnerungskisten ist doch, dass sie Erinnerungen stärker hervorrufen, als wenn man sich einfach hinsetzen würde und über die Vergangenheit nachdenkt. Ja, mit den gesammelten „Beweisen“ der Vergangenheit kommen Erinnerungen blitzartig zurück.

Aber mein Freund hat auch Recht wenn er sagt, ich kann nicht alles aufbewahren (was ich aber auch nicht mache, dann wären es längst nicht nur 3 Kisten!). Aber ja, ich denke es ist wichtig, dass wir uns auch von Dingen trennen können. Besonders schwer ist das, wenn es sich um Gegenstände von Verstorbenen handelt. Aber ja, auch von diesen kann man nicht den ganzen Hausstand aufbewahren. Das funktioniert einfach nicht und wäre auch nicht gut. Das müssen ja leider oft auch die Protagonisten von „Trödeltrupp“ erfahren. Und wie bei Trödeltrupp sehe ich mich mit mir selbst diskutieren. „Ja aber das war doch…und erinnert mich so sehr…und damals hab ich doch damit…“

Es ist schwer, keine Frage. Aber am Ende des Tages sind es eben doch nur materielle Dinge. Die Erinnerung ist ja trotzdem da und nicht selten helfen auch wenige Dinge bei der erwünschten Blitz-Erinnerung.

Zudem habe ich für mich eine weitere Lösung gefunden: Flohmarkt. Meistens bekommt man für die Sachen, die für einen selbst nicht selten unbezahlbaren Wert haben, nur 1,2€. Aber, es macht es leichter. Das Objekt landet nicht im Müll, sondern lebt irgendwie weiter (Wehe der Käufer behandelt es nicht gut!). Das erwirtschaftete Geld kann man zudem in die Zukunft investieren – z.B. zum Essen gehen, zum Weiterleben braucht der Mensch ja Nahrung. Oha! Nein, ernsthaft – es macht es einfacher, glaubt mir.

Also schaut euch eure Kisten an. Ihr braucht nicht alles, um euch zu erinnern. Behaltet wenig, dass ihr aber gut erreichen könnt, um euch ab und an in die Blitz-Erinnerung zu versetzen. Viel Spaß beim Ausmisten und Erinnern!

Eure 30leben.