Allgemein · Job · Liebe · Single

Never fuck the Company.

Damals – da war ja sowieso alles einfacher. Auf der Party vom Sitznachbarn hat man Alex kennengelernt. Auf dem Geburtstag von Jule stand plötzlich Phillip neben einem an der Theke. In der WG von Marie war auch Markus oft zu Bzesuch, sodass man irgendwann einfach zusammen heim ging.

Heute sitzen wir nicht selten stundenlang auf der Arbeit. Das mit der Party muss man sich dreimal überlegen: zu müde, zu teuer, zu ungesund, keiner Zeit.

Also soll man sich doch nochmal besser im Büro umschauen? Wenn ihr mich fragt, nein! Never fuck the company und so. Meine Kollegin (Single!) revidierte: „ach quatsch, warum denn nicht ?! Einziges Gebot: never fuck the same Kostenstelle“.

Hmm, ein gutes Argument. Wenn man in einer großen Firma arbeitet und die einzige berufliche Überschneidung im Kantinenbesuch liegt -warum nicht….stimmt! Ansonsten bleibe ich weiterhin bei „NEIN!“.

Für diese Meinung musste ich nicht erst 30 werden. Ich war 17 und unheimlich in meinen Supermarkt-Kollegen verliebt. Monatelang schmachtete ich ihn aus der Ferne an. Z.B während er die Tiefkühlpizzen einräumte und ich das Würstchenregal pflegte (ja pflegte, Warenpflege nennt man das!). Irgendwann wurden die Gespräche länger und fanden nicht nur zwischen den Regalen sondern auch bei mir Zuhause statt. Obwohl ja, es wurde mehr gegnutscht als gequatscht. Später dann diese alles sagenden Blicke der Kollegen, wenn man gemeinsam zur Arbeit fuhr.

Wenig später war es aber auch schon vorbei. Die Blicke waren dann weitaus schlimmer. Obwohl, mitlerweile glaube ich diese mitleidigen Blicke waren nur Einbildung. Er hatte mich verletzt, wie eine heiße Kartoffel fallen lassen – ich hatte unheimlichen Liebeskummer. Meinen ersten, richtig tiefen zerreissenden Liebeskummer. Der Gang zur Arbeit (wieder alleine!) die Qual. Die Arbeitsplan-Eintragung ein Spießrutenlauf (kommt er da auch arbeiten? Bitte nicht!). Die Pflege des Backsortiments die Hölle (hier hat er mich zum ersten Mal um ein Date gefragt). Kurz im Lager neue Ware holen war auch nicht mehr das was es mal war (hier haben wir doch immer heimlich geknutscht!). 4 Wochen tat ich mir das an. Dann kündigte ich meinen heiß geliebten 4€-Nebenjob. Und war Dauerpleite. Danke du Arsch!

Seitdem ist das Thema Kollegen Tabu für mich. Zum Glück wurde ich seitdem auch nie mehr gewzungen, diese Ansicht zu revidieren. Vielleicht hat es mich aber auch so geprägt, dass ich es nie mehr zugelassen hatte.

Männer lernt man heute ja auch zum Glück anders kennen. Ok, „Glück“ ist hier etwas ironisch gemeint. Aber ja, ich wählte den modernen Weg. Und bin froh, im Büro zu arbeiten und daheim meinen Freund zu begrüßen.  Wenn er von seiner Arbeit kommt, die so ganz anders als die meine ist.

Habt ihr schon ähnliche Erfahrung gemacht? Oder bessere? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt!

Eure 30leben!

Allgemein

Das perfekte WE mit 30

Die Headline lässt vermuten, dass ich das perfekte Wochenende als 30jährige kenne.

ähm.

Nein.

Aber ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt wie das aussieht.

Früher war ja eh alles einfach. Party en masse = perfektes Wochenende.

Um die 30 sind Partys nicht immer gut sondern oft leider einfach anstrengend. Der Kater zieht sich mittlerweile über mehrere Tage und nicht nur bis zum nächsten Bier am Abend. Zudem wird es immer schwieriger gute Party-Gesellen zu finden. Als Single sucht man verzweifelt nach Freunden, die regelmäßig mit einem durch die Nacht ziehen und paarungswillige Mitmenschen aufspüren. Ist man vergeben, so überlegt man sich zehnmal, ob man im Bett nicht besser aufgehoben. Als zwischen genau diesen … leider doch sehr oft…verzweifelten Singles. So durfte ich eines Abends tatsächlich nicht in der gemütlichen Ecke verweilen, sondern musste mit meiner Freundin an die Bar. Warum? Weil sie dort mit höherer Wahrscheinlichkeit angesprochen wird. Ahja, na klar!

Zudem imponiert man den Bürokollegen nicht mehr mit „ich war hart feiern, dann verkatert und Sonntags lag ich nur mit Pizza im Bett“. Erstens ist Pizza mittlerweile uncool (ungesund!) und exzessives feiern eben auch nicht mehr chic. Und mit 30 wollen wir bitte sowas von chic sein! Und ja, wir wissen auch: die Frage nach dem Wochenende kommt!

Also, wie sieht das perfekte Wochenende aus? Welche Freizeit macht 30jährige wirklich glücklich? Wann hören die Kollegen neidisch zu, wenn man erzählt was man die zwei kurzen Tage getrieben hat?

Ich würde sagen – Urlaub geht immer. Frau von Welt, Jetset und so. Da liegt es auch nahe, dass eine Reiseanbieter-Werbung genau das aufgreift: die arbeitende Bevölkerung wird zum Urlaub machen animiert, sodass man bei Kollegen mit seinen Erfahrungen und Eindrucken glänzen kann. So true!

Aber! Wer schon mal 3 Tage auf einen Kurztrip war, der weiß, dass das ultra anstrengend sein kann: Flucht aus Büro, rein in den Flieger, schneller Hotelbezug, Hotspots abklappern, Städtedreck und die 100 anderen Touris beim Fotografieren ausmanövrieren, abends den Place to be auschecken um dort sowieso nur völlig fertig den Pflicht-Cocktail runter zu kriegen. Yay Jetset! Ähm Nein, müde!

Kann man also mal machen aber eben auch nicht jedes Wochenende. Tut man das Gegenteil – nämlich nichts – ist das zumeist gleich unbefriedigend. Man ist dann zwar in der Regel nicht kaputter als vor dem Wochenende, jedoch schleicht sich gegen Sonntagabend schon ein fast schlechtes Gewissen ein. Und fühlt sich wie der langweiligste Mensch auf Erden.

Also liegt wie so oft ein Mittelweg nahe. Sprich eine Kombination aus Party (wuhu!), Urlaub/Kultur (oha!) und Nichtstun (chillig!). Ich habe diesen Freizeit-Mix regelmäßig, wenn unsere beiden besten Freunde fürs Wochenende zu Besuch kommen. Freitags ist Anreise. Vor lauter Wiedersehen-Freude wird kräftig gefeiert. Samstags will der Tag aber -Kater hin oder her- genutzt werden. So findet nicht selten ein Kulturprogramm oder der Besuch einer Freizeitanlage statt. Sonntags wird dann noch gemeinsam auf der Couch rumgelümmelt und viel nichts getan. Ein Traum. Ich freue mich jedes Mal, wenn es wieder soweit ist. Aber, kann man natürlich auch nicht immer haben.

Also gibt es wahrscheinlich gar nicht DAS perfekte Wochenende, den Status Quo. Oder was meint ihr? Wie sieht euer perfektes Wochenende aus? Und sieht das jedes Wochenende gleich aus? Ich freue mich auf eure antworten!

Eure30leben!

 

Allgemein · Liebe · Vergangenheit

Passen 30 Jahre in eine Kiste?

Mein Freund und ich haben einen drei Quadratmeter Keller, der bereits nach Einzug zu platzen drohte. Nach seinem Empfinden lagere ich dort viel zu viele Dinge, die ich doch nieeee mehr brauchen würde.

Ok. Challenge accepted. Eines ruhigen Sonntages machte ich es mir zur Aufgabe, die Kisten, die ich so liebevoll mit „Memories“ beschriftet hatte, auszumisten.

So stand ich vor vier Kisten, deren Inhalt mich an die verschiedensten Erlebnisse meines 30 Jahre langen Lebens erinnerte. Mein Abikleid (hach ja!), der Liebesbrief von Marc in der 6., das Bioheft aus der 10., das dritte Freundschaftsbuch aus der Grundschule. Oder das Geschirr von Oma, die Osterfiguren meiner Tante, meine erste Spielkonsole.

Nein! Davon kann ich doch nichts wegwerfen.

Oder doch?

Das magische an diesen Erinnerungskisten ist doch, dass sie Erinnerungen stärker hervorrufen, als wenn man sich einfach hinsetzen würde und über die Vergangenheit nachdenkt. Ja, mit den gesammelten „Beweisen“ der Vergangenheit kommen Erinnerungen blitzartig zurück.

Aber mein Freund hat auch Recht wenn er sagt, ich kann nicht alles aufbewahren (was ich aber auch nicht mache, dann wären es längst nicht nur 3 Kisten!). Aber ja, ich denke es ist wichtig, dass wir uns auch von Dingen trennen können. Besonders schwer ist das, wenn es sich um Gegenstände von Verstorbenen handelt. Aber ja, auch von diesen kann man nicht den ganzen Hausstand aufbewahren. Das funktioniert einfach nicht und wäre auch nicht gut. Das müssen ja leider oft auch die Protagonisten von „Trödeltrupp“ erfahren. Und wie bei Trödeltrupp sehe ich mich mit mir selbst diskutieren. „Ja aber das war doch…und erinnert mich so sehr…und damals hab ich doch damit…“

Es ist schwer, keine Frage. Aber am Ende des Tages sind es eben doch nur materielle Dinge. Die Erinnerung ist ja trotzdem da und nicht selten helfen auch wenige Dinge bei der erwünschten Blitz-Erinnerung.

Zudem habe ich für mich eine weitere Lösung gefunden: Flohmarkt. Meistens bekommt man für die Sachen, die für einen selbst nicht selten unbezahlbaren Wert haben, nur 1,2€. Aber, es macht es leichter. Das Objekt landet nicht im Müll, sondern lebt irgendwie weiter (Wehe der Käufer behandelt es nicht gut!). Das erwirtschaftete Geld kann man zudem in die Zukunft investieren – z.B. zum Essen gehen, zum Weiterleben braucht der Mensch ja Nahrung. Oha! Nein, ernsthaft – es macht es einfacher, glaubt mir.

Also schaut euch eure Kisten an. Ihr braucht nicht alles, um euch zu erinnern. Behaltet wenig, dass ihr aber gut erreichen könnt, um euch ab und an in die Blitz-Erinnerung zu versetzen. Viel Spaß beim Ausmisten und Erinnern!

Eure 30leben.

Allgemein

Erster Blogbeitrag – oder: „30leben ist geboren“ :)

eines Sonntages kurz geschaut wo ich schnell, günstig und einfach einen Blog erstellen kann… und tataaaaa – 30leben ist geboren, mein eigener Blog.

Die Geburt und leben ja eigentlich ein Widerspruch. Die Geburt steht vorne, das Leben folgt. So war das auch bei mir, keine Frage. Aber eben auch oft verquert. Meinen Block 30leben möchte ich nutzen, um über meine 30 Jahre, die ich hier schon auf der Erde verweile, zu schreiben. Und über die 30 selbst. Ein schon fast mystisches Alter, mit vielen Ängsten, Erwartungen, Irrungen und Wirrungen verknüpft. Wie ich diesen großen Tag zelebriert habe und es empfand, erzähle ich später. Nur eins vorab: das Leben mit 30 ist voller Geschichten. Und das ist doch eigentlich erstmal ganz schön 🙂

Eure 30leben