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ONLINE neue Kontakte für OFFLINE finden.

Ok, die Büroromanze fiel also für mich weg. Wie fand ich also meinen heutigen Traummann, mit dem ich nun seit fast 2 Jahren glücklich bin?  Jaha, wie man eben heutzutage Männer kennenlernt. Lovoo!

Wer Lovoo nicht kennt, kennt doch bestimmt Tinder. Oder Elitepartner, oder wie auch immer all diese Online-Datingplattformen so heißen. Bevor ich den Online-Weg anging (und ja, ich habe mich laaaange davor gesträubt) versuchte ich es auf anderem Wege. Und nicht weniger modern. Obwohl, ich war dabei nicht gezielt auf Männersuche. Das vorab! Aber ich war fast genauso einsam wie all die Frauen, die nach vorheriger Löschung Sonntagsabends doch wieder die Dating-App installieren. Ich ging nämlich zu „Neu in DEINERSTADT“.

Und ja, ich hatte einen guten Grund dafür: ich war tatsächlich neu in der Stadt. Wegen meinem ersten Vollzeit-Job war ich hergezogen und kannte niemanden. Hatte aber eben nun 2 Tage in der Woche Zeit, zu tun und zu lassen was ich wollte. Keine Masterarbeit, kein zehnter Nebenjob oder ein WG-Putzplan der auf mein Zutun wartete. Also viiiiel Zeit ohne schlechtem Gewissen. Und eben kein soziales Netzwerk. Also bin ich ab ins Online-Netzwerk und der Gruppe „Neu in DEINERSTADT“ beigetreten.

Bei „Neu in DEINERSTADT“ waren viele verlorene Neu-Städter mit vielen Fragen, die man dann eben so hat. „Wo gibt es einen guten Zahnarzt“, „Wer mag heute Abend was trinken gehn“, „Wo gibt es noch bezahlbare Single-Wohnungen?“. Da es bereits andere vor mir so taten, dachte ich es wäre klug, wenn auch ich mich in einem kurzen Beitrag vorstelle:

„Hey. ich bin Neu in deser Stadt und freue mich hier neue Leute kennenzulernen. Bin für Party und was trinken gehen immer gerne zu haben“.

So in etwa lautete meine locker-flockige Vorstellung als hey, total nette, offene Neu-Städterin. Ein Fehler! Ich bekam ca. 38 private Nachrichten a la „so ne hübsche Frau so alleine?“ und viele „cool, willkommen, hier findest du viele Gleichgesinnte“. Damit war ich dann aber auch nicht weniger einsam…

Also musste ich aktiver werden. Einer schrieb doch tatsächlich „hier findest du immer Leute mit denen man was machen kann. Heute Abend treffen wir uns um 20 Uhr am Mäcces und gehen zusammen weg“. Na schau an, das klingt doch nach Social Life.

Es war 21 Uhr und ich saß doch wieder alleine zuhause. Ich hatte mich nicht getraut.

Das war doch komisch, gefährlich. Alleine als Frau. Was ist, wenn alle unter einer Decke stecken? Ich entführt werde. Nee. „Auf der Arbeit findest doch bestimmt bald Freunde“. Jaha, genau. Eben. Bestimmt.

7 Tage später gleiches Problem und wieder 2 freie Tage. Ich ging hin. Und war geschockt.

Die einzige Neue in der „Neuen Gruppe“ war wohl ich. Henning („macht was mit Banken“) wohnt seit vier Jahren in der Stadt. Sven ist hier sogar aufgewachsen, aber war für ein paar Jahre (und vor ein paar Jahren!) mal weg. Madeleine kennt eigentlich nur diese Stadt (aber anscheinend keine Leute). Lara ist vor zwei Jahren hergezogen und ist seitdem auch in dieser Community aktiv (anscheinend auch weniger erfolgreich?!).

Okeyyyy dachte ich mir. Entweder haben die was falsch verstanden oder ich. Obwohl nein, wir waren alle einfach gleich verzweifelt. Obwohl ich meine Gründe für diese Aktion nach wie vor plausibler fand (Neu in der Stadt) !!

Nachdem man sich also Blind-Date-mäßig zusammenfand: „heeeeyyyy *fragend und Antwort-suchend guck*, bist du … seid ihr … das Treffen aus der Gruppe?!“

… und sich kurz sammeln musste, da man mit seinem eigenem Schubladen-Eindordnen etwas überfordert war (wann trifft man bitte sonst so viele unterschiedliche, verzweifelte Menschen auf einmal, die auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeit haben ?!)

… ging es in die Bar. Und das war tatsächlich ganz nett. Waren doch nicht alles Opfer. Und hey, saßen ja auch alle im selben Boot. Wenn DIE Opfer, dann ICH ja auch Opfer. Und das war ja nicht so 😉

Lara war sogar ganz lustig. Sven gefiel mir auch ganz gut. Beide habe ich danach wiedergesehen. Lara nur einmal noch, Sven ist nun einer meiner Ex-Freunde. Als dann Schluss war, bin ich raus aus dieser Community. Aber anschließend kannte ich die Stadt und ein paar neue Gesichter. Vor denen ich heute flüchte, wenn ich sie auf der Straße sehe. Das hat man ja nur wirklich nur in der Stadt, in der man zuhause ist. Hach, ein schönes Gefühl von Heimat!

Habt ihr diese Gruppe, die es in jeder größeren Stadt gibt, auch schon ausprobiert? War das gut oder doof? Wie war euer Gefühl dort hinzugehen? Sollte man das seinen Freunden empfehlen? Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Geschichte!

Eure 30leben

 

Allgemein · Job · Liebe · Single

Never fuck the Company.

Damals – da war ja sowieso alles einfacher. Auf der Party vom Sitznachbarn hat man Alex kennengelernt. Auf dem Geburtstag von Jule stand plötzlich Phillip neben einem an der Theke. In der WG von Marie war auch Markus oft zu Bzesuch, sodass man irgendwann einfach zusammen heim ging.

Heute sitzen wir nicht selten stundenlang auf der Arbeit. Das mit der Party muss man sich dreimal überlegen: zu müde, zu teuer, zu ungesund, keiner Zeit.

Also soll man sich doch nochmal besser im Büro umschauen? Wenn ihr mich fragt, nein! Never fuck the company und so. Meine Kollegin (Single!) revidierte: „ach quatsch, warum denn nicht ?! Einziges Gebot: never fuck the same Kostenstelle“.

Hmm, ein gutes Argument. Wenn man in einer großen Firma arbeitet und die einzige berufliche Überschneidung im Kantinenbesuch liegt -warum nicht….stimmt! Ansonsten bleibe ich weiterhin bei „NEIN!“.

Für diese Meinung musste ich nicht erst 30 werden. Ich war 17 und unheimlich in meinen Supermarkt-Kollegen verliebt. Monatelang schmachtete ich ihn aus der Ferne an. Z.B während er die Tiefkühlpizzen einräumte und ich das Würstchenregal pflegte (ja pflegte, Warenpflege nennt man das!). Irgendwann wurden die Gespräche länger und fanden nicht nur zwischen den Regalen sondern auch bei mir Zuhause statt. Obwohl ja, es wurde mehr gegnutscht als gequatscht. Später dann diese alles sagenden Blicke der Kollegen, wenn man gemeinsam zur Arbeit fuhr.

Wenig später war es aber auch schon vorbei. Die Blicke waren dann weitaus schlimmer. Obwohl, mitlerweile glaube ich diese mitleidigen Blicke waren nur Einbildung. Er hatte mich verletzt, wie eine heiße Kartoffel fallen lassen – ich hatte unheimlichen Liebeskummer. Meinen ersten, richtig tiefen zerreissenden Liebeskummer. Der Gang zur Arbeit (wieder alleine!) die Qual. Die Arbeitsplan-Eintragung ein Spießrutenlauf (kommt er da auch arbeiten? Bitte nicht!). Die Pflege des Backsortiments die Hölle (hier hat er mich zum ersten Mal um ein Date gefragt). Kurz im Lager neue Ware holen war auch nicht mehr das was es mal war (hier haben wir doch immer heimlich geknutscht!). 4 Wochen tat ich mir das an. Dann kündigte ich meinen heiß geliebten 4€-Nebenjob. Und war Dauerpleite. Danke du Arsch!

Seitdem ist das Thema Kollegen Tabu für mich. Zum Glück wurde ich seitdem auch nie mehr gewzungen, diese Ansicht zu revidieren. Vielleicht hat es mich aber auch so geprägt, dass ich es nie mehr zugelassen hatte.

Männer lernt man heute ja auch zum Glück anders kennen. Ok, „Glück“ ist hier etwas ironisch gemeint. Aber ja, ich wählte den modernen Weg. Und bin froh, im Büro zu arbeiten und daheim meinen Freund zu begrüßen.  Wenn er von seiner Arbeit kommt, die so ganz anders als die meine ist.

Habt ihr schon ähnliche Erfahrung gemacht? Oder bessere? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt!

Eure 30leben!