Allgemein · Liebe · Single

verlieben 2.0 oder „Suchradar +/-30“.

Nachdem ich also das Potential von „Neu in DEINERSTADT“ ausgeschöpft hatte (mit Sven war Schluss und er lebte diese Community) musste eine neue Strategie her. Sven meinte zu Zeiten unseres Intermezzos – immer dann wenn er nicht das von mir hörte was er wollte – dass er ja bei Lovoo sofort wieder jemand Neues finden würde. Jemand viiiiel besseres. Jaha, natürlich. Nach nicht allzu langer Zeit gönnte ich ihm auch diese rosige Zukunft. Und wollte mal selbst abchecken, was diese vielversprechende Dating-App für mich bereit hält.

Die Installation benutzerfreundlich. Auch ein Foto hochzuladen und „etwas über mich“ zu schreiben – ein Kinderspiel. Bitte alle Männer aus dem Umkreis 10km und +/- 30, danke!

Zack Bumm – likes, Herzen, Männer en masse. Glückbeseelte Zukunft ich komme! Ich sah mich schon mit meinem neuem Freund unser Einjähriges auf Ibiza feiern. Aber laaaangsam, erstmal kennenlernen – sprich texten. Da Alter und Name bereits direkt von mir offen gelegt wurden (Transparenz schaffen, gibt ja so viele schwarze Schaafe dort), ging es ans Eingemachte. „Woher kommst du?“, „Was machst du beruflich“, „Was suchst du hier“. Apuhhhhh. Erste Ernüchternung. Immer diese bla bla Fragen. Kennenlernen hin oder her, ich will doch eine tiefgründige Liebelei. Ok, nicht ungeduldig werden (schwierig!). So nahm ich mir jeden Abend, kurz vorm schlafen Zeit, all diese wichtigen Fragen zu beantworten.

Mein höchstes Gebot: immer locker-flockig, alles easy, alles kann nichts muss!

Es gibt Freunde, die sind anderer Meinung. Eine Freundin schreibt zum Beispiel immer recht schnell, dass sie eine Beziehung sucht. Ich habe schon mehrmals versucht, ihr das auszureden. Klar, es ist die Wahrheit und ehrlich und sie will ja keine Spielchen mehr undsoweiterundsofort. Aber hä? Wir haben doch schon mit 14 gelernt, dass Männer Jäger und Sammler sind. Und Nein, es hat nicht jeder Mann Beziehungsangst. Und diese Männer wollen wir auch gar nicht, ja richtig. Aaaaaber…muss man gleich von Beziehung reden, personenunabhängig hin oder her, wenn man sich noch nicht einmal live gesehen hat ?! Ich sage Nein! Und empfehle daher allen Online-Datern erstmal ganz locker, unverbindlich folgende Antwort auf die Frage „Was suchst du hier“ zu geben: „Ich bin Single und dachte als Single treibt man sich heutzutage hier rum ;)“. Oder „Sag du mir, was man hier finden kann “ (Ok, kann auch nach hinten losgehen).

Ich selbst habe den „bin neu in der Stadt“-Bonus (aus-)genutzt. Weckt vielleicht den Beschützerinstinkt, liefert Ansatzpunkte für ein Date („magst mir die Stadt zeigen?“ *naiv *süß) und die App-Anmeldung wirkt plausibler und damit weniger verzweifelter (kein Mann mag verzweifelte Frauen!).

Nunja, nicht jeder kann den „bin neu in der Stadt“-Bonus spielen. Aber bitte, wirkt nicht verzweifelt und als würdet ihr morgen heiraten wollen! Natürlich seid ihr bei diesen Online-Portalen und -Apps angemeldet, um Mann/Frau kennenzulernen. Das ahnt dein Gegenüber bereits! Und ja, ihr habt schon ganz böse Erfahrungen gemacht, wurdet verletzt und es wurden Spielchen mit euch gespielt. Aber ganz ehrlich, hättet ihr damals zu dieser Person vorab gesagt „ich suche nur eine feste Beziehung, keine Verletzung und Spielchen“ – wäre es anders verlaufen und ausgegangen?

Sodenn, ich schrieb mit ca. 6 Männern regelmäßig. Der eine sah sehr gut aus, voll mein Typ, aber etwas jünger als ich (bitte Nein, nicht schon wieder!). Ein anderer wurde schnell zu meinem Favoriten, bis sein Profil irgendwann einfach weg war (ob seine Freundin es entdeckt hatte ?!). Ein weiterer der Herren schrieb auch sehr nett, doch dann, im Eifer des Gefechts – ein Foto. Auf dem Pferd. Mit Helm. Und gespreitzten Beinen. Als hätte man ihn gegen seinen Willen auf das Pferd gesetzt. Er wirkte sehr ängstlich. Er tat mir leid und ich habe ihm nie mehr geantwortet.

Dann war da noch ein Schönling. Schönlinge waren nie meins. Ich meine damit Männer die wissen, dass sie schön sind, sehr geleckt sind und großen Wert darauf legen, schön zu bleiben. Aber der Love-Radar zeigte mir an, dass dieser Schönling gleich ums Eck wohnt. Also war schnell ein Feierabend-Spaziergang ausgemacht. Doch dann kam kurz vorher seine Absage: „sitze noch im Büro, wird länger, schaffe das heute leider nicht mehr“. Ok, wir haben alle schon einmal länger gearbeitet als gewollt/geplant usw. Er meldete sich danach aber NIE wieder. Ggf. sitzt er also noch heute im Büro, der Arme!

Natürlich gab es auch die weniger charmanten Nachrichten. Na ihr wisst schon, die anzüglichen und etwas zu unverbindlichen Singles. Bei Tinder hatte ich das mehr als bei Lovoo. So war meine Zeit bei Tinder auch nur sehr kurz. Bei Lovoo konnte ich solche ungebetenen Profil-Besucher recht schnell eliminieren. Schwarze Schaafe hast du halt überall. Und manche suchen auch genau das. Als BWLerin weiß ich ja, dass die Nachfrage auch immer das Angebot bestimmt. Sodenn, leben und leben lassen. Hauptsache man muss sich nicht ewig damit rumstreiten und das muss man dort zum Glück nicht. Blockiert und fertig. Und weiter kann sich das Love-Rolette für einen drehen. Und so war es auch bei mir. Eines Abends schrieb ich dann mit Tobias, meinem heutigen Freund und meine große Liebe.

Welche Erfahrung habt ihr mit Tinder, Lovoo und Co. gemacht? Ich freue mich über Eure Geschichten!

Eure 30leben

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Ok, die Büroromanze fiel also für mich weg. Wie fand ich also meinen heutigen Traummann, mit dem ich nun seit fast 2 Jahren glücklich bin?  Jaha, wie man eben heutzutage Männer kennenlernt. Lovoo!

Wer Lovoo nicht kennt, kennt doch bestimmt Tinder. Oder Elitepartner, oder wie auch immer all diese Online-Datingplattformen so heißen. Bevor ich den Online-Weg anging (und ja, ich habe mich laaaange davor gesträubt) versuchte ich es auf anderem Wege. Und nicht weniger modern. Obwohl, ich war dabei nicht gezielt auf Männersuche. Das vorab! Aber ich war fast genauso einsam wie all die Frauen, die nach vorheriger Löschung Sonntagsabends doch wieder die Dating-App installieren. Ich ging nämlich zu „Neu in DEINERSTADT“.

Und ja, ich hatte einen guten Grund dafür: ich war tatsächlich neu in der Stadt. Wegen meinem ersten Vollzeit-Job war ich hergezogen und kannte niemanden. Hatte aber eben nun 2 Tage in der Woche Zeit, zu tun und zu lassen was ich wollte. Keine Masterarbeit, kein zehnter Nebenjob oder ein WG-Putzplan der auf mein Zutun wartete. Also viiiiel Zeit ohne schlechtem Gewissen. Und eben kein soziales Netzwerk. Also bin ich ab ins Online-Netzwerk und der Gruppe „Neu in DEINERSTADT“ beigetreten.

Bei „Neu in DEINERSTADT“ waren viele verlorene Neu-Städter mit vielen Fragen, die man dann eben so hat. „Wo gibt es einen guten Zahnarzt“, „Wer mag heute Abend was trinken gehn“, „Wo gibt es noch bezahlbare Single-Wohnungen?“. Da es bereits andere vor mir so taten, dachte ich es wäre klug, wenn auch ich mich in einem kurzen Beitrag vorstelle:

„Hey. ich bin Neu in deser Stadt und freue mich hier neue Leute kennenzulernen. Bin für Party und was trinken gehen immer gerne zu haben“.

So in etwa lautete meine locker-flockige Vorstellung als hey, total nette, offene Neu-Städterin. Ein Fehler! Ich bekam ca. 38 private Nachrichten a la „so ne hübsche Frau so alleine?“ und viele „cool, willkommen, hier findest du viele Gleichgesinnte“. Damit war ich dann aber auch nicht weniger einsam…

Also musste ich aktiver werden. Einer schrieb doch tatsächlich „hier findest du immer Leute mit denen man was machen kann. Heute Abend treffen wir uns um 20 Uhr am Mäcces und gehen zusammen weg“. Na schau an, das klingt doch nach Social Life.

Es war 21 Uhr und ich saß doch wieder alleine zuhause. Ich hatte mich nicht getraut.

Das war doch komisch, gefährlich. Alleine als Frau. Was ist, wenn alle unter einer Decke stecken? Ich entführt werde. Nee. „Auf der Arbeit findest doch bestimmt bald Freunde“. Jaha, genau. Eben. Bestimmt.

7 Tage später gleiches Problem und wieder 2 freie Tage. Ich ging hin. Und war geschockt.

Die einzige Neue in der „Neuen Gruppe“ war wohl ich. Henning („macht was mit Banken“) wohnt seit vier Jahren in der Stadt. Sven ist hier sogar aufgewachsen, aber war für ein paar Jahre (und vor ein paar Jahren!) mal weg. Madeleine kennt eigentlich nur diese Stadt (aber anscheinend keine Leute). Lara ist vor zwei Jahren hergezogen und ist seitdem auch in dieser Community aktiv (anscheinend auch weniger erfolgreich?!).

Okeyyyy dachte ich mir. Entweder haben die was falsch verstanden oder ich. Obwohl nein, wir waren alle einfach gleich verzweifelt. Obwohl ich meine Gründe für diese Aktion nach wie vor plausibler fand (Neu in der Stadt) !!

Nachdem man sich also Blind-Date-mäßig zusammenfand: „heeeeyyyy *fragend und Antwort-suchend guck*, bist du … seid ihr … das Treffen aus der Gruppe?!“

… und sich kurz sammeln musste, da man mit seinem eigenem Schubladen-Eindordnen etwas überfordert war (wann trifft man bitte sonst so viele unterschiedliche, verzweifelte Menschen auf einmal, die auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeit haben ?!)

… ging es in die Bar. Und das war tatsächlich ganz nett. Waren doch nicht alles Opfer. Und hey, saßen ja auch alle im selben Boot. Wenn DIE Opfer, dann ICH ja auch Opfer. Und das war ja nicht so 😉

Lara war sogar ganz lustig. Sven gefiel mir auch ganz gut. Beide habe ich danach wiedergesehen. Lara nur einmal noch, Sven ist nun einer meiner Ex-Freunde. Als dann Schluss war, bin ich raus aus dieser Community. Aber anschließend kannte ich die Stadt und ein paar neue Gesichter. Vor denen ich heute flüchte, wenn ich sie auf der Straße sehe. Das hat man ja nur wirklich nur in der Stadt, in der man zuhause ist. Hach, ein schönes Gefühl von Heimat!

Habt ihr diese Gruppe, die es in jeder größeren Stadt gibt, auch schon ausprobiert? War das gut oder doof? Wie war euer Gefühl dort hinzugehen? Sollte man das seinen Freunden empfehlen? Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Geschichte!

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